AIS Antenne Selbstbau

Für interessierte Freunde des Segelsports insbesondere der Neptun Klasse zum Austausch von Interessen, technischen Fragen und Informationen rund ums Boot.

AIS Antenne Selbstbau

Beitragvon THM » Mo 27. Nov 2017, 22:02

Hallo Funk-Spezialisten,

ich möchte die AIS-Antenne nachbauen, die Christian in seinem Plotter-Thread beschrieben hat. Dazu gibt es auch ein Programm (Coaxial Traps) mit dem man die Anzahl Windungen für die Sperr-Spule berechnen kann.
Bild
Leider komme ich nicht auf die angegebenen Werte von 8 bzw. 15 Wicklungen. Irgendwo muss ich einen Denkfehler haben - vielleicht kann mich jemand in die Spur schubsen :) . Ansonsten werde ich wohl einfach mit verschiedenen Windungen probieren müssen.

Gruß
Thomas
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Re: AIS Antenne Selbstbau

Beitragvon chrhartz » Sa 2. Dez 2017, 20:37

Hallo Thomas,

ja, die acht Windungen konnte ich auch nicht nachvollziehen. Damit hatten wir
fast 180 MHz bei der Messung. Wir hatten einen Spektrum-Analyzer mit Tracking-
Generator zur Verfügung.

Leider konnte mein Kumpel den Lizenz-Code für die Aktivierung des TGs nicht finden,
bzw. das Gerät wollte den nicht annehmen.

Schön wäre es gewesen, wenn wir die Dämpfung am Ausgang hätten sauber messen
können, also mit ein wenig Leistung. So konnten wir quasi nur den allgemeinen
Umgebungslärm sehen und wo die Antenne diesen verstärkt.

Vom Prinzip her dürfte das aber egal sein. Allerdings ist dieser Antennentyp sehr
empfindlich, Du darfst sie nur unterhalb der Spule anfassen und musst weit weg
von jeglichen Metallteilen sein, andernfalls wird sie bereits verstimmt.

Ich hatte meine Antenne auf 156,8 MHz abgestimmt. Mit dem verwendeten RG58
Kabel vom Conrad Elektronik ergaben sich 15 Windungen.

Schau doch mal bei Deiner Software, ob sich da eine Übereinstimmung ergibt.

Wenn Du in Windach wohnst, ist Bad Wörishofen doch nicht so weit. Dort hat mein
Kumpel seine Firma und man könnte Deine Antenne mit seinem Spektrum-Analyzer
durchmessen. Inzwischen hat der Charly auch einen Vektor-Analyzer mit USB-Anschluss.
Den S-Parameter 1-2 sollte der können.

LG Christian
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Re: AIS Antenne Selbstbau

Beitragvon jan himp » So 3. Dez 2017, 08:43

Moin Leute,

nach meiner Meinung ist das Ding ohne längere Versuche zu kritisch.
Warum nicht Lamda/4 mit 462 mm auf die Saling oder auf den Heckkorb?

Oder eine MINIFLEX mit eingedichtetem Fuß. Hat 3 dB Verlust, was für AIS keine Rolle spielt.
So etwas wird auch als Notantenne angeboten.

Bei meinem Kutter, der keinen Heckkorb hat, wohnt eine Antenne mit Federfuß auf dem hinteren Süllrand.
Federfuß, damit sich Leinen nicht verfangen.
Das Gegengewicht befindet sich im Inneren der Backskiste.

Wenn über die Antenne nicht gesendet würde, hätte ich sogar innen einen Dipol an die Bordwand geklebt.

Schönen Sonntag noch,

Rolf
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Re: AIS Antenne Selbstbau

Beitragvon chrhartz » So 3. Dez 2017, 12:01

Hallo Rolf,

schon klar, man kann die Antenne auf unterschiedlichen Wegen realisieren.

Der Ausgangspunkt war ja mein Selbstbau für den Urlaub in Schweden.
Weil in meinem Stammrevier niemand AIS hat, nicht mal die berufliche Schiffahrt,
wollte ich so wenig Geld wie möglich ausgeben.

Ich denke mit unter 10 EUR für die Antenne und 12 EUR für den DVB-T Stick habe
ich das erreicht. Die bis zu 15 km Reichweite vom AIS ist doch prima, mehr braucht
man normalerweise nicht.

Thomas hat seine N25 ja in der Ostsee liegen. Ich finde es super, dass er sich in
das Thema AIS tiefer einarbeitet. Antennen selber zu bauen ist dank der vielen
Funkamateure und deren Anleitungen nicht besonders schwierig.

Viele Grüße,
Christian
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Re: AIS Antenne Selbstbau

Beitragvon THM » So 3. Dez 2017, 13:49

Hallo Rolf und Christian,

Danke für Eure Beiträge. Lt. Programm müsste ich ja mit 1 3/4 Windungen arbeiten. Das deckt sich aber nicht mit den geschilderten Praxiserfahrungen. Ich habe mir ein billiges Stehwellenmessgerät bestellt, das morgen kommen soll. Einen 162 MHz Sender werde ich mir wohl noch basteln müssen. Dann werde ich nachmessen und so lange Windungen hinzufügen bis es passt. Mich hätte es nur interessiert wo der Fehler liegt. Die Literatur zu den Berechnungsgrundlagen ist ja angegeben, aber das sind noch richtige (ältere) Bücher :D , also nix mal eben schnell gegoogelt. Mit der Flower-Pot-Antenne werde ich es dann mal in der Praxis probieren, aber wenn mich das Ding stört, werde ich auch andere Antennen probieren. Bei Saling-Montage hätte man zwar eine schöne Reichweite (wg. der Höhe) aber leider auch eine starke Richtwirkung durch den Alu-Mast. Aber wie heißt es so schön: Versuch macht klug :shock: .

Gruß
Thomas
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Re: AIS Antenne Selbstbau

Beitragvon chrhartz » So 3. Dez 2017, 14:44

Hallo Thomas,

evtl. kannst Du mit einem Handfunkgerät einfach auf Senden drücken und mit Deinem
Messgerät ausprobieren, wann Du am meisten Leistung aus der Antenne bekommst.

Ich hatte das Handfunkgerät ans Labornetzteil angeschlossen und die originale Stummelantenne
und meine Eigenbau-Antenne verglichen. Bei meiner Antenne war die Stromaufnahme beim
Senden nur halb so groß.

In der Annahme, dass die Sendeleistung im Funkgerät geregelt ist, würde das auf bessere
Anpassung der Antenne hindeuten. Mir hatte die Aussage vom Spektrum-Analyzer gemeinsam
mit der halben Stromaufnahme am Netzteil schon genügt um es damit mal in der Praxis
auszuprobieren.

Und die hat ja dann auch gezeigt, dass ich wohl nicht ganz falsch lag. Meine Antenne habe ich
zufällig hier liegen und nicht mit Eingelagert. Es würde mich mal interessieren, was Dein
Stehwellenmessgerät dazu anzeigt.

Viele Grüße,
Christian
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Re: AIS Antenne Selbstbau

Beitragvon jan himp » Mo 4. Dez 2017, 08:30

Moin,

ja nee, is klar.

Hat noch jemand einen Grid-Dipper? Das Werkzeug hat es immer gebracht.

Die Richtwirkung auf der Saling könnt Ihr bei AIS vernachlässigen.
Interessanter ist die Verstimmung durch die Spule im Regen.

Aber die Sache mit dem DVB-T- Teil ist rattenscharf!

Für den Rest der Woche noch viel Spaß,

Rolf
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Re: AIS Antenne Selbstbau

Beitragvon THM » Mo 4. Dez 2017, 09:47

Dipmeter wäre keine schlechte Idee - ich hab aber keins, eine Handfunke auch nicht. Stattdessen hab ich mir diesen Taktgenerator bestellt. Ein Arduino Nano liegt noch rum und wartet auf eine sinnvolle Aufgabe. Damit habe ich dann einen Generator, der so gerade bis 160 MHz reichen sollte.

Gruß
Thomas
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Re: AIS Antenne Selbstbau

Beitragvon THM » Mo 4. Dez 2017, 10:07

jan himp hat geschrieben:Aber die Sache mit dem DVB-T- Teil ist rattenscharf!

Finde ich auch. So nebenbei konnte ich feststellen, dass ein nicht funktionierender Außensensor unserer Wetterstation (433 MHz) noch funkt, aber auf einer leicht verschobenen Frequenz. Vielleicht kann ich den ja wieder hintrimmen 8) .
Gruß
Thomas
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Re: AIS Antenne Selbstbau

Beitragvon jan himp » Mo 4. Dez 2017, 14:01

Hi Thomas,
die Aussenstation ist breit wie eine Rheinbrücke. Da fällt doch die Ablage gar nicht auf?
Schlimmer ist, daß das Ding immer nach 1 Jahr ausfällt, weil Kondenswasser anzeigt, wo Plus war, und ein Stück von der Leiterbahn fehlt.

Mein Dritter wohnt seit 3 Jahren in einer luftdicht verschlossenen Trinkflasche.
Da kann ich zwar nicht mehr die amtliche Luftfeuchtigkeit sehen, aber das Ding hält ewig.


Gruß,

Rolf
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Re: AIS Antenne Selbstbau

Beitragvon THM » Mo 4. Dez 2017, 18:24

Hallo Rolf,

da haben wir uns wohl missverstanden. Der Außensensor tut bei uns daheim seinen Dienst und nicht auf dem Boot. Als Empfänger verwende ich einen Aurel RX-4M50RR30SF Receiver. Mit dem habe ich die besten Erfahrungen gemacht, der ist schön empfindlich aber auch schmalbandig (0,6 MHz bei 433,92 MHz lt. Datenblatt). Die Dekodierung übernimmt dann ein Arduino-Mega mit RFLink, der es dann an einen Raspi weitergibt auf dem ein Home-Automation-Server mit Domoticz läuft. Aber ich fürchte, jetzt komme ich vom Thema ab :roll: .

Gruß
Thomas
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Re: AIS Antenne Selbstbau

Beitragvon jan himp » Mi 6. Dez 2017, 12:40

Moin Thomas,

ist klar. Dein Empfänger ist ja edler als mein Gerät.
Dem glaubt man die Schmalbandigkeit eher.

Die Aussenstationen sind bei mir auch nicht auf dem Boot, sondern in Hecken.
Da kommt keine Sonne hin, aber die Durchlüftung ist optimal.

Die gemessenen Temperaturen entsprechen immer genau den Werten unseres benachbarten Flughafens.

Viele Grüße,

Rolf
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Re: AIS Antenne Selbstbau

Beitragvon SY TERTIA » Fr 8. Dez 2017, 18:22

Hallo Thomas und Christian,

Eure Selbstbau ist ein vertikaler Dipol der über einen Parallelschwingkreis gespeist wird.
Der Schwingkreis ist sehr selektiv, das heist, nur wenig außerhalb der Resonanz wir die Antenne sehr schlecht!
Den ganzen Seefunkbereich kann man mit dieser Antenne nicht abdecken.
Den Sperrkreis/parallelen Schwingkreis mit RG 58_Kabel herzustellen und genau abzustimmen ist nicht einfach,
da man nicht viel Einfluss auf die Kapazität hat, die im großen Maß von der Länge der verwendeten Kabel mit abhängt.

Dipmeter ist zu ungenau, man erkennt nur die Resonazfrequenz aber nicht die elektrischen Eigenschaften am Eingang!

Da diese Antenne ein Dipol ist, benötigt man keine Erde,2.Bein, große Masseflächen usw. Aber dafür ändern sich die
Eigenschaften stark in Abhängigkeit von der Höhe über gute Erde oder Masse in der sie hängt!
Alles sehr komplex, übrigens auch bei meiner J-Antenne!

Ich habe mir für den selben Zweck eine J-Antenne selber gebaut eine für AIS und eine als Not-Antenne für Sprechfunk.
http://www.ankahe.de/Notantenne.html

Gruß Andreas
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Re: AIS Antenne Selbstbau

Beitragvon chrhartz » Sa 9. Dez 2017, 11:16

Hallo Andreas,

klingt ja interessant, danke für die Bauanleitung!

Die Teile sind ja ebenfalls sehr günstig, die Antenne werde ich sicher auch mal
nachbauen.

Viele Grüße,
Christian
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