Die erste Frage war: Alten Anstrich abschleifen oder
abkratzen?
Da mir abschleifen zu gesundheitsschädlich schien
(habe nichts gegen Atemmasken aber nicht stundenlang) entschieden
wir uns für´s abkratzen der alten Anstriche.
Also Kratzer besorgt und losgelegt. Denkste - die
alten Anstriche waren sowas von hart, da war an abkratzen nicht
mehr zu denken, zumindest bei dieser Fläche.
Da kam uns der Zufall zu Hilfe. Wegen der Pattex-Kleberreste
im Vorschiff und Saloon (nach entfernen der alten Wandverkleidungen)
besorgte ich bei OBI einen Kleber- enferner. Der funktionierte zum
Kleberentfernen leider nicht so gut, denn er löste den alten
Pattex zwar an aber man konnte ihn dann nicht einfach abschaben
oder abwischen. Der zog sich wie warmer Kaugummi in die Länge
aber löste sich nicht von der Wand. Und die ganze Fläche
mit den Fingerspitzen abrubbeln - Nein danke.
Ich versuchte dann einfach mit dem Kleberlöser
die alten Unterwasseranstriche anzulösen und siehe da - das
funktionierte prima. Satt einstreichen und nach ca. einer Minute
konnte mann (je nach Weichungsgrad) die alten Unter- wasseranstriche
ganz einfach mit einer Japanspachtel abziehen. Wir also los zu OBI
und noch zwei Dosen Kleberlöser gekauft und dann ran an den
Speck. Manchmal mussten wir mehrmals auftragen, weichen lassen und
abschaben. Zu zweit schafften wir jedoch das ganze Unterwasserschiff
in rund sechs Stunden. Die abgezogenen Farbreste (ich meine das
war VC Tar) streiften wir in einen Obstkarton von der Japan- spachtel
ab. Der Klebstoff-Entferner war von der Fa. Wakol Chemie und trägt
die Bezeichnung L 60. auf der
Homepage
von Wakol zu finden unter "DIY", steht für Do
it yourself...
Zum Glück waren der oder die Vorbesitzer nicht
gerade das was man fanatische Hobbywerker nennt und haben viele
Schichten des Unterwasseranstrichs aufgebracht. Ich denke wir haben
so zwei Schichten mit der Einweichmethode entfernt.
Am Tag darauf war Schleifen angesagt. Für den
Rumpf habe ich einen Excenterschleifer und 180er Papier verwendet.
Das ging gut und relativ schnell. Für den Kiel habe die Flex
benutzt mit einer 80er Fächerschleifscheibe und ihn so ziemlich
blank geschliffen. Wir haben uns nicht ganz bis auf´s Gelcoat
durchgearbeitet, da auf dem Gelcoat eine Art Primer-Anstrich aufgebracht
war, der ziemlich glatt und stabil war. Also sagten wir uns warum
an so schön geschütztes Gelcoat gehen! Das war dann das
Ergebnis:
Zu spachteln gab es wenig - alles bestens erhalten
und so begannen wir am nächsten Tag nach kurzer Schleifeinlage
mit dem ersten Anstrich VC Tar2 und zwar in schwarz. Aufgebracht
mit der Rolle - das ging schnell und gut.
Am nächsten Tag den zweiten Anstrich und zwar
in weiss. Ein Segelkollege gab mir den Tipp mit den verschiedenen
Farben damit man bei mehreren Anstrichen auch sieht, wo man noch
nicht drauf war. Bei VC Tar 2 glänzt spätestens nach dem
zweiten Anstrich die Fläche so, dass man wirklich nicht genau
sehen würde - wo war ich - wo noch nicht. Und für einen
gleichmäßigen Aufbau und somit Schutz vor Osmose ist
das wichtig.
Dann wieder schwarz - dann wieder weiss - als fünften
und letzten Anstrich nochmals schwarz und schließlich brachten
wir als Abschluß eine Schicht Antifouling VC 17M auf. Denn
der Farbenhersteller sagt, dass VC Tar 2 nach mehr als einer Woche
Trockenzeit angeschliffen werden muss bevor man das Antifouling
aufbringt. Nun muß das Antifouling nur noch mit feiner Stahlwolle
abgerieben werden bevor wir im Frühjahr den zweiten Anstrich
aufbringen.